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Amüsantes Schlachtfest

FEAST

Eine Gruppe zusammengewürfelter Menschen verbringt den Abend in einer Kneipe in der texikanischen Wüste, spielen Billard, trinken Bier und pöbeln rum, als plötzlich ein Fremder durch die Tür prescht und in der Hand einen abgerissenen Monsterschädel hält. Dummerweise war das erledigte Exemplar offenbar kein Einzelgänger, denn der Rest der Monsterbande versucht von nun an in die Kneipe einzudringen, während die verängstigten Menschen bemüht sind, genau das zu verhindern.

Das war's auch schon. Mehr Story ist für diesen Film nicht nötig und vor allem auch nicht gewollt. Diese ekelige Horrorkomödie macht eben deshalb so viel Spaß, weil sie gar nichts anderes sein möchte und keinen Tiefgang vortäuscht, wo keiner vorhanden ist. Bei Feast geht es grundsätzlich darum, möglichst viele Menschen auf möglichst eklige/lustige Art und Weise über die Klinge springen zu lassen. Dass die Monsterbrut bei längeren Auftritten nicht unbedingt erstklassiges Effektniveau aufweisen, stört dabei kaum, da der Film sich selbst nicht wirklich ernst nimmt. Das nimmt den zugegebenermaßen fiesen Szenen auch deutlich an Schärfe, so dass man ohne schlechtes Gewissen über abgerissene Körperteile und ungewollte Blutduschen schmunzeln kann.

Viele lustige Einfälle jenseits abgerissener Körperteile lassen die Mundwinkel zusätzlich zucken. Insbesondere die kurze Vorstellung eines jeden Charakters mittels kurzen Texteinblendungen (Lebenserwartung inklusive!) oder die Teils herrlich dämlichen Dialoge sind alleine schon die investierten 95 Minuten Lebenszeit wert. Die Darsteller sind dabei erwartungsgemäß nicht aus der ersten Hollywoodriege entliehen, passen allerdings allesamt in ihre Rollen und liefern solide Leistungen ab. Und wer Henry Rollins in rosa Jogginghosen sehen möchte, kommt an Feast ohnehin nicht vorbei.

Wer an der zweiten Filmhälfte von From Dusk till Dawn schon seinen Spaß hatte, sollte Feast unbedingt eine Chance geben. Allen Leuten, die allergisch auf mehrere Liter humorvoll verspritztes Kunstblut reagieren, rate ich allerdings vom Genuß dieses Streifens ab. Allen anderen sei dieser Geheimtipp ans Herz gelegt!

Ben-O-Meter: 8 von 10 eingedrückten Augäpfeln

4.6.09 15:14


Zuletzt gesehen...

SPLINTER

Ein braves Pärchen - der nerdige Seth und seine Freundin Jolly - wollen ihren Jahrestag in der Natur verbringen und fahren zum Camping. Ein weniger braves Pärchen -  der entflohene Sträfling Dennis und sein mit Drogen vollgepumptes Anhängsel Lacey - wollen stattdessen lieber den Cops entkommen und sich nach Mexiko absetzen. Dumm nur, dass der eigene Wagen mitten in der Natur streikt. Zwecks Problemlösung schnappt man sich also kurzerhand das brave Pärchen samt deren Wagen und macht sich auf den Weg. Allerdings kommt man auch mit denen nicht wirklich weit, da Jolly kurz darauf auf der Landstraße ein stacheliges Etwas überfährt und daraufhin mit einer Autopanne liegenbleibt. Bis zu einer mehr oder weniger verlassenen Tankstelle können sie sich noch retten, aber dort wird's dann richtig ungemütlich...

Einen Innovationspreis gewinnt man mit diesem Storykonstrukt wohl kaum, allerdings ist es in diesem Genre auch nicht einfach, das Rad neu zu erfinden. Splinter hat bei den FantasyFilmFest Nights 2009 offenbar ordentlich Eindruck hinterlassen und das kleine Filmchen - Laufzeit 82 Minuten inklusive Abspann - weiß durchaus zu unterhalten. Kommen die ersten Minuten noch relativ trashig daher, so entwickelt sich der Film nach und nach zu einem recht spannenden und ordentlich produzierten Kammerspielchen. Insbesondere das titelgebende "Stacheletwas" weiß zu gefallen, auch wenn man es mit den schnellen Schnitten hierbei schon an die Schmerzgrenze treibt. Trotz allem ist dieses Wesen abstrakt genug inszeniert, um den ganzen Film nicht der Lächerlich preiszugeben. Das Lachen bleibt einem spätestens dann im Hals stecken, wenn dem Zuschauer demonstriert wird, was man mit einem Teppichmesser so alles abschneiden kann...zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

Die Darsteller leisten solide Arbeit, ohne dabei nennenswert hervorzustechen. Allerdings auch, ohne einen schauspielerischen Totalausfall zu liefern, was in diesem Genre durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. Tricktechnisch kann sich der Monsterfreund auch nicht beschweren, auch wenn die bereits erwähnten schnellen Schnitte ausgiebige Blicke auf die Kreatur nicht zulassen. Aber eben dies führt dazu, dass Splinter sich halbwegs von der puren Trashgrenze fernhalten kann, da lange Einstellungen häufig mangelhafte Tricktechnik offenbaren und hierdurch die Illusion schnell zunichte machen. Diesen Vorwurf muss sich dieser Film jedenfalls nicht gefallen lassen.

Wer sich Splinter zu Gemüte führt muss wissen, was ihn hier erwartet. Der Film bietet keine Tiefgründigkeit und keine filmpreisverdächtigen Darstellerleistungen. Der Genrefreund bekommt hingegen ein saftiges Stück Blutwurst gereicht, an dem er 82 Minuten genüßlich herumknabbern kann.

Ben-O-Meter: 6 von 10 abgeschnittenen Gangsterarmen

4.6.09 08:32


Auf's Maul...

TRANSPORTER 3

Frank Martin hat sich zur Ruhe gesetzt und verbringt seine Zeit nunmehr mit Angeln und...ach, im Grunde interessiert niemanden die Story von Transporter 3. Schließlich dient sie ohnehin nur dazu, Frank Martin von A nach C über B zu schicken und auf dem Weg möglichst viele böse Jungs zusammen zu hauen. Trotzdem kurze Inhaltsangabe: Frank Martin bekommt einen Job "angeboten", Frank lehnt ab, Frank wird mittels High-Tech und Lolitablick überzeugt und übernimmt den Job. Soviel zum Gerüst, welches weder innovativ noch tiefgründig ist, aber für den Zweck völlig ausreicht.

"Stillstand ist der Tod" haben sich die Produzenten vom dritten Transporter sicher nicht gedacht, denn das Erfolgsrezept der ersten beiden Teile wurde grundsätzlich beibehalten. Lediglich die Örtlichkeiten variieren ein wenig und die eine oder andere nette neue Idee wurde eingestreut. Aber sind wir mal ehrlich: Diejenigen unter uns, die die ersten beiden Filme um den berühmten Transporteur mochten, wollen auch gar keine Innovationen. Das Prinzip der Reihe, Frank Martin im Alleingang und auf sehr spektakuläre Weise Horden von Verbrechern verkloppen zu lassen, macht Spaß wie eh und je.

Jason Statham spielt gewohnt die coole Sau, die diesmal tatsächlich die eine oder andere Emotion an den Tag legen darf. Verantwortlich dafür zeigt sich die russische Neuentdeckung Natalya Rudakova, die zwar keine Schauspielausbildung genossen hat, diese aber für ihre Rolle als lecker Eyecandy auch nicht zwingend benötigt. Robert Knepper gibt den Schurken und gefällt mir persönlich dabei ganz gut. Seine Performance ist in etwa mit der zu vergleichen, die er auch als T-Bag in der Serie Prison Break verkörpert, eben nur mit etwas mehr Stil.

Transporter 3 ist - ebenso wie die Teile zuvor - ein Film, den man(n) sich möglichst ohne weiblichen Part ansieht, um nervenden "Ist-das-unrealistisch-Sprüchen" zu entfliehen. Liebe Frauenwelt, selbst wir Männer wissen, dass jeder einzelne dieser Filme wenig mit Realismus zu tun hat, aber es macht einfach Spaß diesen Quatsch anzusehen.

Ben-O-Meter: 7,5 von 10 Knochenbrüchen

3.6.09 18:25


Zuletzt gesehen...

THE BROKEN

Die Mitglieder der Familie McVey feiern den Geburtstag des Vaters, als plötzlich der große Spiegel hinter der Speisetafel zerbricht. Am folgenden Tag erkennt Gina McVey sich selbst, in ihrem eigenen Wagen sitzend, an ihr vorbeifahren. Sie folgt der mysteriösen Person bis in ein offenes Apartment und gerät auf ihrem fluchtartigen Rückweg in einen Autounfall. Im Krankenhaus erwachend stellt die junge Ärztin McVey fest, dass ihr sämtliche Erinnerungen vor dem Unfall fehlen. In den folgenden Tagen versucht Gina ihre Erinnerungen an die Zeit vor dem Unfall zurück zu erlangen, muss aber feststellen, dass sich die Menschen um sie herum zu verändern scheinen..

The Broken dürfte ein Film sein, der mehr oder weniger unbemerkt am Mainstream-Publikum vorbeirauschen wird. Das liegt weniger an seiner Qualität, als vielmehr an der grundsätzlichen Inszenierung des gesamten Films. Im Gegensatz zu genreüblichen Horror-Schockern lässt es Regisseur Sean Ellis eher gemächlich und ruhig angehen, baut eben hiedurch aber eine ganz besondere Art der beklemmenden Atmosphäre auf. Basierend auf der Kurzgeschichte "William Wilson" von Edgar Allan Poe, folgt der Zuschauer Gina McVey durch eine triste und dumpfe Welt und beginnt nach und nach zu verstehen, wohin die Reise letztendlich geht.

Der Storytwist dürfte sich dem halbwegs aufmerksamen und erfahrenen Zuschauer relativ schnell offenbaren, aber dadurch verliert The Broken nicht an Reiz. Wer sich an hollywood-typischen Teeny-Slashern mittlerweile sattgesehen hat und eine Alternative zum inszenatorischen Einheitsbrei sucht, der sollte The Broken eine Chance geben. Auch auf die Gefahr hin, dass der poe'sche Grusel nicht den Nerv der heutigen Massen trifft.

Ben-O-Meter: 7 von 10 Spiegelscherben

3.6.09 14:13





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